Geschichte des Orchesters

Die Freie Orchestervereinigung Zwiesel e.V. (FOVZ) ist ein aus Laienmusikern bestehendes symphonisches Orchester in Zwiesel.

Geschichte 

Die Freie Orchestervereinigung Zwiesel wurde 1949 von dem Dirigenten Kurt Karrasch gegründet, den es nach dem Krieg von seiner Heimatstadt Berlin nach Zwiesel verschlagen hatte. Am Anfang zählte das Orchester, dem auch viele Heimatvertriebe angehörten, 32 Musiker. Als erster Proberaum diente das „Salettl“ im Café Hieke. Danach fand man im Keller der ehemaligen Landwirtschaftsschule einen Raum für die Proben. Am 16. Juni 1949 gab das Orchester im Jankasaal sein erstes Konzert.

In seiner Nachfolge übernahmen Franz Schröder von 1951 bis 1962 und Paul Prähauser, Direktor des Gymnasiums Zwiesel, von 1962 bis 1977 die Leitung des Orchesters. 1977 übernahm Reinhard Buchner, Studiendirektor für Musik am Gymnasium Zwiesel, den Dirigentenstab. Unter seiner konsequenten musikalischen Erziehung hat sich der Klangkörper zu einem Niveau gesteigert, das für die Region des Bayerischen Waldes beachtlich ist. Michael Pollwein, Schulmusiker aus Viechtach, dirigierte ersatzweise das Orchester im Jahre 1996. Im Frühjahr 2006 übernahm schließlich der an Zwieseler Gymnasium wirkende Schulmusiker Stefan Urlbauer die musikalische Leitung.

Das Orchester besteht nur aus aktiven Mitgliedern, die sich dem Laienmusizieren verschrieben haben. Man ist bevorzugt dem klassischen Repertoire verpflichtet, widmet sich aber inzwischen auch Werken anderer Musikepochen. Zum Zwieseler Stadtjubiläum 2004 hat das Orchester an den aus Regen stammenden Komponisten Michael Emanuel Bauer eine Auftragsarbeit vergeben (Aria für Streichorchester) und diese am 20. November 2004 zur Uraufführung gebracht.

Im Laufe des Bestehens standen nicht nur die verschiedensten Orchesterwerke und Solokonzerte auf den Programmen. Es wurden in Zusammenarbeit mit einheimischen Chorgemeinschaften wiederholt auch große Oratorien wie Die Schöpfung und Die Jahreszeiten von Joseph Haydn oder Das Lied von der Glocke von Andreas Romberg aufgeführt. Überregionale Beachtung und Anerkennung fand das Abschlusskonzert im Rahmen des kulturellen Begleitprogramms zur Bayerischen Landesausstellung 2007 in Zwiesel mit einer denkwürdigen Aufführung der 2. Symphonie (Lobgesang) von Felix Mendelssohn-Bartholdy am 13. Oktober 2007 in der Stadtpfarrkirche Zwiesel.

Die Orchestervereinigung hat sich auch die Aufgabe gestellt, talentierten Musikern aus der Region die Möglichkeit zu bieten, erste Erfahrungen beim Musizieren im Orchesterverband zu sammeln. So haben heute namhafte Solisten wie z.B. Prof. Walter Nothas (Cello), Franz Draxinger (Horn), Kathrin Ebner (Klavier) und Viktoria Kaunzner (Violine) bereits als Schüler mit dem Zwieseler Orchester konzertiert. 

Die Musiker der Freien Orchestervereinigung Zwiesel, die aus der gesamten Region des Mittleren Bayerischen Waldes kommen und alle ehrenamtlich im Einsatz sind, wirken das ganze Jahr über auch bei den Aufführungen von Festmessen in den Kirchen und bei Umrahmungen feierlicher Anlässe wie zuletzt der festlichen Eröffnung der Bayerischen Landesausstellung 2007 in Zwiesel (symphonische Festmärsche von Franz Lachner und Antonín Dvořák) mit. 

Für ihre herausragenden Verdienste um die Kulturpflege in der Region ist die Freie Orchestervereinigung Zwiesel 1994 mit dem Kulturpreis des Bayerischen Wald-Vereins ausgezeichnet worden. Für langjährige ehrenamtliche Tätigkeit zum Wohle des Orchesters wurden die frühere Vorsitzende Maria Zwiebel und Dirigent Reinhard Buchner mit dem Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten gewürdigt.

Seit nunmehr 60 Jahren finden sich Instrumentalisten, die aus der ganzen Region des Mittleren Bayerischen Waldes kommen, in Zwiesel zusammen, um hier, fernab von den kulturellen Zentren, das hohe Gut der klassischen Musik zu pflegen.

Mit einem Festkonzert am 24. Oktober 2009 feierte die Freie Orchestervereinigung ihr 60-Jähriges Jubiläum.

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