Festliches Jahreskonzert 2015

Das festliche Jahreskonzert der Orchestervereinigung Zwiesel e.V. ist im Laufe der Jahre zum absoluten Fixpunkt im kulturellen Leben der Stadt geworden.

 

Wie sehr die seit 1949 bestehende Orchestervereinigung in den Herzen der Musikinteressierten etabliert ist, zeigte sich an der großen Zahl von über 350 Besuchern. Und die bekamen von dem Ensemble unter der Leitung von Stefan Urlbauer viel geboten.

Die Streicher sind der Kern eines jeden klassischen Orchesters und so war es folgerichtig, dass diese auch das Konzert begannen – mit der wunderschönen Romanze in C des finnischen Violinisten und Komponisten Jean Sibelius. Romantischer Streicherklang in Höchstform – gleichzeitig auch schwieriger Prüfstein für jedes Orchester. Zu Unrecht ist dieses Werk neben den vergleichbaren Kompositionen von Antonin Dvořak oder Pietr Iliitsch Tschaikowsky zu wenig bekannt. Die Streicher der Orchestervereinigung überzeugten auf ganzer Linie mit einer glänzenden Performance. Sinfonien von Joseph Haydn haben ja fast schon Tradition im Programm der Zwiesler und so konnten sich die Zuhörer heuer an einer souveränen Interpretation von Haydns Sinfonie No. 101 "Die Uhr" erfreuen.
Vor der Pause dann wohl das Highlight des Abends: eine Welturaufführung von "A Celtic Rhapsody" – Doppelkonzert für Blockflöte, Gitarre und Streicher des Deggendorfer Komponisten Max Deml. Deml war 2011 in Zwiesel zu Gast, damals als Dirigent. In dem sehr modal gehaltenen Stück ahmt die (Sopran-) Blockflöte die Bagpipe nach (sehr souverän: Julia Baumann) und die Gitarre Leonhard Beckers, ein Instrument der legendären Gitarrenwerkstatt Häuser (Reisbach), gab einen wunderbaren Widerpart. Was aus dem hochbegabten Solisten einmal wird, darauf darf man gespannt sein.

Nach der Pause gab es sehr viel Theaterdonner, was einerseits auf das Konto der präzise und sauber spielenden Bläser ging, und andererseits auf das der hervorragenden Schlagzeugerin Marion Wittenzellner. Jules Massenet ist ja bekannt für viel "Theaterdonner" in seiner Musik, aber beim Vorspiel zum Drama "Phèdre" konnte man sehr eindrucksvoll alles erleben, was das Orchester aus Zwiesel aufzubieten hat – von zarten Streicherklängen bis hin zum Tutti mit vollem Blech und Schlagzeug.

Eine Spezialität des Hamburger Komponisten Oskar Fetras waren Stücke mit Zusammenstellungen von Themen berühmter Opern, die entweder mit einem Salonorchester (Fetras betrieb als Hobby neben seiner Hauptarbeit als Prokurist einer Reederei eine Walzerkapelle) oder auf dem Klavier gespielt wurden. In Zwiesel erklangen die "Erinnerungen an Webers Freischütz", ein sehr wirkungsvolles Stück, bei dem man sehr gut bekannte Themen aus der Oper von Carl Maria von Weber erkennen konnte. Zum Schluss ein bisschen Wiener Neujahrskonzert-Atmosphäre in der Realschulaula mit zwei Walzern von Johann Strauß (Sohn) und der frechen Tritsch-Tratsch-Polka. Ein beschwingter Abschluss des offiziellen Konzertprogramms.

Als Zugabe und Ehrerbietung an eine langjährige Geigerin – Anna Gmeinwieser spielt seit 64 Jahren in der Orchestervereinigung! – erklang noch die Annen-Polka, ebenfalls von Johann Strauß (Sohn). Wieder einmal ein wunderschönes Konzert und ein Höhepunkt des Zwieseler Kulturlebens!

 

Text: Aurel v. Bismarck (aus PNP v.27.10.2015)

Fotos: Mit freundlicher Genehmigung v. Herrn Kurt Löw

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