Carsten Wiedemann-Hohl (ab 2017)

Carsten Wiedemann-Hohl wurde im hessischen Lauterbach geboren, schon in frühester Kindheit wurde er an den Instrumenten Flöte und Klavier unterrichtet, mit 11 Jahren nahm er seinen ersten Orgelunterricht. Das Trompetenspiel lernte er vorerst autodidaktisch, wurde dann in den Schülerkreis von Landesposaunenwart Ulrich Rebmann aufgenommen, in dessen Bläsergruppe der Evangelischen Kirche Kurhesse-Waldeck er kurze Zeit später Mitglied wurde. Wichtige Erfahrungen im Bereich Pop und Jazz konnte Wiedemann-Hohl in den BigBands des Alsfelder Gymnasiums sowie der Stadt Lauterbach sammeln, in welchen er auch als Solist tätig war. Für sein musikalisches Engagement während der Schulzeit wurde ihm 2007 der „Musikpreis der Albert-Schweitzer-Schule“ verliehen.

Der Wunsch, Kirchenmusik zu studieren, prägte sich gegen Ende seiner Schulzeit aus, nachdem er ein Praktikum an der Kirchenmusikalischen Fortbildungsstätte Schlüchtern bei Gunter Martin Göttsche absolviert hatte. Wichtige Impulse bekam er außerdem im Rahmen eines Freiwilligen Kulturellen Jahres an der Musik an der Stadtkirche, Bad Hersfeld. Im Jahr 2008 begann er das Studium der Evangelischen Kirchenmusik an der Musikhochschule München, welches er im Jahr 2013 mit dem A-Examen und sehr gutem Erfolg abschloss. Außerdem besuchte Wiedemann-Hohl Meisterkurse im Fach Orgel bei Olivier Latry, Almut Rößler, Holger Gehring und Aude Heurtermatte. Als Praktikant an der Dresdner Kreuzkirche (Mentorat Kreuzorganist Holger Gehring) bekam er einen Einblick in die kirchenmusikalische Arbeit an einer der bedeutendsten Kirchenmusikerstellen Deutschlands.

Im Anschluss an das Kirchenmusikstudium begann Carsten Wiedemann-Hohl das Praxisjahr für Kirchenmusiker an der Christuskirche in München bei KMD Andreas Hantke. Sehr viele Impulse sammelte er während dieser Zeit im Bereich der Kinderchorleitung und der Chorleitung, letztere beinhaltete hauptsächlich oratorische Arbeit als auch die Stimmbildung im Chor, wo er eigenverantwortlich arbeiten durfte. Parallel zu diesem Praxisjahr studierte er Konzertfach Orgel bei Prof. Harald Feller an der Musikhochschule München, welches er im Jahr 2015 mit dem „Bachelor of Music“ erfolgreich abschloss.

Im September 2014 wurde Carsten Wiedemann-Hohl als Dekanatskantor an die Auferstehungskirche Deggendorf berufen, wo er schon nach kurzer Zeit große Erfolge in der überregionalen Chorarbeit verzeichnen konnte. Den im September 2015 in Stuttgart begonnenen Masterstudiengang Chordirigieren schloss er mit der Note 1,0 im Juli 2017 ab. Parallel zu seinen Aufgaben als Dekanatskantor ist er Dirigent der Freien Orchestervereinigung Zwiesel e.V..

Impressionen:

Stefan Urlbauer ('06 - '10 / '12 - '15)

Stefan Urlbauer (* 1969 in Winzer) ist Schulmusiker, Chorleiter und Dirigent. Er lebt in Zwiesel, wo er als Musikerzieher am Gymnasium tätig ist. Urlbauer ist verheiratet und hat zwei Söhne. 


 

Werdegang 

Stefan Urlbauer besuchte das St.-Gotthard-Gymnasium Niederaltaich, wo er auch seine erste musikalische Ausbildung erhielt. Anschließend studierte er von 1990 bis 1995 an der Hochschule für Musik und Theater München Lehramt für Gymnasien sowie von 1993 bis 1996 Chorleitung bei Prof. Michael Gläser. Noch während seines Studiums gründete er 1994 mit einigen Studienkollegen den Kammerchor „novAntica“. Als Leiter dieses Chores schloss er sein anschließendes Meisterklassenstudium bei Prof. Michael Gläser mit einer vielbeachteten Aufführung der h-moll-Messe von Johann Sebastian Bach im Münchener Prinzregententheater ab (2000). Seit 2000 wirkt er als Schulmusiker am Gymnasium Zwiesel. Neben dem normalen Musikunterricht leitet er auch die beiden Schulchöre sowie die von ihm gegründete schuleigene Big-Band, die „Big Badger’s Band“. Er leitet ferner den von ihm gegründeten Kammerchor „novAntica“ und übernahm außerdem 2006 die musikalische Leitung der Freien Orchestervereinigung Zwiesel.

Stefan Urlbauers große Leidenschaft ist die Jägerei und die Fischerei: „Es hat mit Musik gar nichts zu tun und das ist genau das Gute.“ Bei stundenlanger Stille am Hochsitz kommen die im Kopf abgespeicherten Melodien aber dann doch oft wieder durch, schmunzelt der Vollblutmusiker.


 

Als Chorleiter und Dirigent 

Als Leiter des von ihm gegründeten Kammerchores „novAntica“ erkundet Urlbauer auf hohem Niveau neue „Chormusikwelten“, vor allem im Bereich der sogenannten alten Musik, aber auch der zeitgenössischen Musik. Bei intensiven Probenwochenenden, die einmal im Monat an verschiedenen Orten stattfinden – die Chormitglieder sind inzwischen auf ganz Bayern verstreut – werden jährlich zwei Programme erarbeitet und diese dann in mehreren Konzerten an verschiedenen Orten präsentiert. 

Mittlerweile kann Urlbauer auf eine mehrjährige Konzertpraxis mit seinem Chor zurückblicken. Neben A-cappella-Programmen werden auch immer wieder Werke für Chor und Orchester aufgeführt. In der vergangenen Zeit waren das die beiden Händel-Oratorien Alexanderfest und Samson, die Mitwirkung beim Festkonzert zum Abschluss der Bayerischen Landesausstellung 2007 in Zwiesel (Lobgesang-Sinfonie von Felix Mendelssohn-Bartholdy) und zuletzt die Messe e-moll von Anton Bruckner im Dezember 2008. Die Mitglieder stehen mittlerweile alle im Berufsleben, doch die Begeisterung für das Entdecken weitgehend unbekannter alter und neuer Chormusik ist geblieben.

Mit der Übernahme der Leitung der Freien Orchestervereinigung Zwiesel als Nachfolger von Reinhard Buchner eröffnete sich für den vielseitigen und begeisterten Musiker ein weiteres Betätigungsfeld. In kurzer Zeit führte er das hauptsächlich aus Laien bestehende Liebhaberorchester zu beeindruckenden Leistungen. Dabei widmet sich Urlbauer sowohl der sinfonischen Musik als auch der vermeintlich „leichteren“ Musik mit Ouvertüren, Märschen, usw.

Als Gastdirigiert arbeitete Urlbauer auch mit dem Kammerorchester Regensburg zusammen.

Franz Schröder (1951 - 1960)

Franz Schröder (* 21. Juli 1917 in Zwiesel; † 3. Januar 2007 ebd.) arbeitete in der Glasbranche und war ein begeisteter Musiker. Er gründete nach dem Zweiten Weltkrieg die Stadtkapelle Zwiesel und leitete von 1951 bis 1961 die Freie Orchestervereinigung Zwiesel.


 

Leben und Wirken

Aus dem Kriegsdienst zurückgekehrt baute der begeisterte Musiker zunächst die Stadtkapelle Zwiesel auf, eine Blaskapelle die jahrzehnte lang weitum ein Begriff war. Als Klarinettist gehörte Franz Schroder 1949 auch zu den Gründungsmitgliedern der Freien Orchestervereinigung Zwiesel. 

Nach dem berufsbedingten Wegzug des Orchestergründers Kurt Karrasch im Herbst 1951 übernahm er die Leitung dieses Laienorchesters. Schröder beschränkte sich bald nicht mehr nur auf das bis dahin übliche Programm mit gehobener Unterhaltungsmusik, sondern führte das Orchester auch in den sinfonischen Bereich ein. So erklang 1953 unter seiner Leitung erstmals Franz Schuberts „Unvollendete“, 1957 Ludwig van Beethovens 1. Sinfonie und 1958 stand sogar Smetanas „Die Moldau“ auf dem Programm.

Schröder war als Techniker bei SCHOTT in Zwiesel beschäftigt und wurde im September 1961 nach Landshut versetzt. Sein Abschiedswunsch an die Musiker war: beieinander bleiben und in seinem Geist weitermusizieren. Diesen Wunsch erfüllten die Orchestermitglieder durch die Bestellung von Paul Prähauser als Nachfolger am Dirigentenpult gerne.

Nachdem Franz Schröder im Ruhestand wieder in seine Heimat zurückgekehrt war, blieb er dem Orchester bis zu seinem Tode eng verbunden.

Paul Prähauser (1961 - 1976)

Paul Prähauser (* 23. März 1911 in München; † 21. Dezember 2002 in Deggendorf) war der Gründungsdirektor der Realschule Zwiesel, die später zur Oberrealschule und schließlich zum Gymnasium Zwiesel umgewandelt wurde und die erste höhere Schule im Bayerischen Wald war. Er war auch ein begeisteter Musiker und leitete von 1961 bis 1977 die Freie Orchestervereinigung Zwiesel.


 

Ausbildung

Paul Prähauser besuchte von 1917 bis 1921 in München die Volksschule an der St.-Anna-Straße und anschließend die Luitpold-Oberrealschule. Dort legte er 1930 die Reifeprüfung ab und studierte von 1930 bis 1933 Mathematik und Physik an der Technischen Hochschule. Von 1933 bis zum Abschluss 1935 setzte er sein Studium an der Maximilians-Universität fort.

Er wurde Studienreferendar an der Luitpold-Oberrealschule und legte dort 1936 die zweite Lehramtsprüfung ab. Daraufhin unterrichtete er im Vorbereitungsdient an der Dürer-Oberrealschule in Nürnberg, an der Realschule Hersbruck, am Progymnasium in Windsbach und ab 1. Februar 1937 an der Realschule mit Gymnasium in Cham. Dort lernte er seine spätere Ehefrau kennen. Am 1. August 1939 erfolgte die Ernennung zum außerplanmäßigen Beamten.


 

Im Zweiten Weltkrieg

Am 7. August 1941 wurde er zur Wehrmacht eingezogen, wo er in der Luftwaffe Dienst tat. Er kam in unterschiedlicher Verwendung in Deutschland, Frankreich und Italien zum Einsatz. 1942 meldete er sich zur Ausbildung in den Höheren Reichswetterdienst. Nach der Eignungsprüfung lieferte er als Gefreiter ein halbes Jahr Wetterprognosen. Im März 1943 kam er wieder zur Feldtruppe und war mehrere Monate in Nordfrankreich tätig.

Im September 1943 erfolgte die Versetzung in den Ingenieurdienst der Luftwaffe in Berlin-Adlerhorst. Dann erhielt er unter Beurlaubung von der Wehrmacht eine Beauftragung zur Dienstleistung als Physiker bei der Firma Rheinmetall-Borsig in Unterlüß in der Lüneburger Heide. Dort war er an der Entwicklung des „Krummen Laufes“ beteiligt, einer Spezialwaffe für Panzerbesatzungen. Nach der Zerstörung des Werkes Unterlüß im April 1945 gelangte Prähauser nach Moosburg, wo er das Kriegsende erlebte.

Lehrer und Direktor

Das Entnazifizierungsverfahren endete mit der Entlassung aus dem Schuldienst, bis er im Januar 1947 die Genehmigung erhielt, wieder in den Schuldienst einzutreten. Fünfeinhalb Jahre unterrichtete er am Gymnasium in Cham.

Mit der Eröffnung der Staatlichen Realschule Zwiesel wurde Paul Prähauser am 2. September 1952 unter Beförderung zum Oberstudienrat mit deren Leitung beauftragt. Bis zu seiner Pensionierung 1975 als Oberstudiendirektor stand er an der Spitze dieser Schule, die unter ihm zunächst zur Oberrealschule und schließlich zum Gymnasium wurde.

Prähauser als Musiker

Der begeisterte Musiker, der Violine und Bratsche beherrschte, spielte von der ersten Klasse an im Schulorchester der Luitpold-Oberrealschule mit. In München und an den späteren Orten seines Wirkens suchte er stets den Kontakt zu Orchestern und Kammermusikkreisen. So wurde er auch Mitglied der Freien Orchestervereinigung Zwiesel und bald zum Konzertmeister bestimmt. Er gründete auch das Zwieseler Streichquartett, das sich bald durch niveauvolle Konzerte einen Namen machte. Mehrmals musizierte er auch als Solist mit dem Orchester. 

1961 übernahm er als Nachfolger von Franz Schröder die Leitung des Orchesters und führte das Werk seines Vorgängers nahtlos weiter. Fünfzehn Jahre wirkte er als Dirigent und baute vor allem das sinfonische Repertoire des Orchesters weiter aus. Unter seiner Leitung wurden auch mit Haydns „Die Schöpfung“ und Rombergs „Das Lied von der Glocke“ die ersten Oratorienwerke aufgeführt.

Prähauser ist auch als Komponist hervorgetreten: zweimal dirigierte er seine 1946/47 entstandene und in der Stadtpfarrkirche Cham uraufgeführte Messe c-moll in der Zwieseler Stadtpfarrkirche. 

Auch als er nach seiner Pensionierung die Orchesterleitung im Sommer 1977 niederlegte und den Klosterort Metten zu seinem Ruhestandssitz wählte, blieb er weiter mit der Orchestervereinigung verbunden und trat noch öfters als Solist auf. Mit dem Schulmusiker Reinhard Buchner war die Nachfolge im Dirigentenamt bestens geregelt. 

Sein Sohn Wolfgang hatte das musikalische Talent geerbt und war als Cellist sowohl als Solist als auch als Orchestermusiker mit der Freien Orchestervereinigung lange Zeit verbunden.

Kurt Karrasch (1949 - 1950)

Kurt Karrasch (am Pult) bei einem Konzert der Orchestervereinigung im Jankasaal 
Wohl das einzige noch existierende Bild des ersten Dirigenten.

Kurt Karrasch (* 19. April 1904 in Berlin; † 1. Februar 1966 in Reutlingen) war ein deutscher Komponist und Dirigent. 1949 gründete er in Zwiesel die Freie Orchestervereinigung (FOVZ).


 

Leben und Wirken

Kurt Karrasch war in den 1940er Jahren als Komponist auf dem Gebiet der Unterhaltungsmusik bekannt. Einige seiner Kompositionen sind auch heute noch im Handel erhältlich. 1945 kam Karrasch aus dem zerbombten Berlin nach Zwiesel. Dort gründete er 1949 die Freie Orchestervereinigung Zwiesel, ein sinfonisches Orchester, das aus begeisterten Laienmusikern besteht. 

Berufsbedingt übersiedelte Karrasch 1951 nach Reutlingen und musste die Leitung des Orchesters abgeben. Sein Nachfolger wurde Franz Schröder, der selbst zu den Gründungsmitgliedern des Orchesters gehörte.

Kurt Karrasch lebte zuletzt in Dettingen an der Erms (Landkreis Reutlingen). Am 1. Februar 1966 ist er in Reutlingen verstorben.

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